KARDIOCHIRURGISCH



Chirurgische Therapie

Biologischer und mechanischer Klappenersatz

Je nach Alter, Komorbidität und speziellen individuellen Faktoren stehen verschiedene Möglichkeiten für den Klappenersatz zur Verfügung:

Mechanischer Klappenersatz: Es werden heute fast ausschließlich Doppelflügelklappen aus Pyrolytcarbon verwendet. Die Altersgrenze liegt bei 65-70 Jahren. Vorteil der mechanischen Klappenprothese ist die unbegrenzte Haltbarkeit, Nachteil das Thromboembolierisiko mit der unabdingbar erforderlichen Dauerantikoagulation.

Mechanische Doppelflügelklappe

Mechanische Doppelflügelklappe


B
iologischer Klappenersatz: Hier steht ein größeres Spektrum von Klappensubstituten zur Verfügung, allen gemeinsam ist die nicht erforderliche Langzeitantikoagulation auf Grund der geringeren oder völlig fehlenden Thrombogenität, andererseits aber eine mit den Jahren zunehmende Häufigkeit der Prothesendegeneration, die einen Prothesenwechsel erforderlich machen kann. Als untere Altersgrenze gilt daher im Wesentlichen 65-70 Jahre, wenngleich von dieser Regel entsprechend den Bedürfnissen des Patienten Ausnahmen gemacht werden können. Für eine besondere Form des biologischen Klappenersatzes, der sog. Autograft oder Ross Operation (siehe unten) gibt es nur eine obere Altersgrenze von ca. 50 Jahren. Verschiedene biologische Klappenprothesen stehen zur Verfügung: Gestentete Klappen aus Schweineherzklappen oder aus Rinder- (Pferde-) Perikard und ungestentete (gerüstlose) Klappenprothesen können ebenfalls entweder vom Schwein stammen oder aus Perikard von Rindern oder Pferden hergestellt werden.

Gestentete Klappenprothese aus Schweineaortenklappentaschen
Gestentete Klappenprothese aus Rinderperikard

Gestentete Klappenprothese aus Schweineaortenklappentaschen

Gestentete Klappenprothese aus Rinderperikard


Ungestentete Bioklappen aus einer glutaraldehydfixierten Schweineaortenwurzel (Xenograft) kommen ebenfalls in Betracht. Darüber hinaus sind auch menschliche Transplantate als ungestentete Klappensubstitute anzusehen, diese können entweder als Homografts z.B. von nicht transplantierbaren Spenderherzen oder als Autograft vom Empfänger selbst stammen; in diesem Fall wird die patienteneigene Pulmonalwurzel exzidiert und in Aortenposition implantiert, die Pulmonalwurzel wird dann durch einen Pulmonalishomograft ersetzt (Ross Operation).
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Priv.-Doz. Dr. Th. Bartel
Klinische Abteilung für Kardiologie
Medizinische Universität Innsbruck
Anichstr. 35
6020 Innsbruck
Österreich
Medizinische Universität Innsbruck
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