KARDIOLOGISCH



Medikamentöse Therapie

Neurohumorale Therapie

Hierunter wird die medikamentöse Lastmodulation verstanden. Dabei geht es darum, Vorlast und Nachlast beider Ventrikel so zu optimieren, dass das größtmögliche effektive Schlagvolumen gefördert werden kann. Gleichzeitig kann so die Stauung in den kleinen Kreislauf und in den venösen Anteil des großen Kreislaufs minimiert werden. Hierzu werden ACE-Hemmer, AT-Blocker, Diuretica und Kalziumantagonisten verwendet. Insbesondere bei gleichzeitiger Tachykardieneigung und bei arterieller Hypertonie oder schwerer Herzinsuffizienz kommen β-Blocker zum Einsatz, um die Herzarbeit zu ökonomisieren. Besonders wirkungsvoll sind diese Therapien bei Regurgitationsvitien und bei Rezirkulationsvitien (Vorhof- und Ventrikelseptumdefekt), weniger effektiv dagegen bei Mitral- und noch weniger bei Aortenklappenstenosen. Insgesamt tragen diese Behandlungsformen wesentlich dazu bei, Zeit bis zu einer operativen Therapie zu gewinnen und diese auch ggf. längerfristiger zu planen.



Herzfrequenzsenkende Therapie und Blutdruckeinstellung

Eine Frequenzsenkung ist bei tachykardem Vorhofflimmern, das z. B. bei Mitralklappenvitien sehr häufig auftritt, und generell bei hypertroph-obstruktiver Kardiomyopathie erforderlich. Bei wenigen Klappenfehlern ist eine Frequenzsenkung dagegen nicht erwünscht. Der Blutdrucksenkung kommt insbesondere bei der Aortenklappeninsuffizienz, aber auch bei anderen Vitien große Bedeutung zu, um die hämodynamische Toleranz gegenüber dem Herzfehler zu verbessern und eine Überlastung mit Dilatation der Herzhöhlen zu verzögern oder ganz zu vermeiden.



Interventionelle Therapie

Interventioneller Vorhofseptumverschluss

Hierunter verstehen wir den Verschluss des offenen Foramen ovale (PFO) und des Vorhofseptumdefekts vom Secundum-Typ (ASD II). Alle anderen ASD-Formen können nur herzchirurgisch verschlossen werden (siehe auch Roboterchirurgie). Beide interatrialen Kommunikationen werden transvenös von inguinal verschlossen. Beim PFO-Verschluss wird nach Sondierung der interatrialen Kommunikation ein langer Führungsdraht in die linke obere Lungenvene platziert und über diese eine lange Schleuse bis in den linken Vorhof vorgeführt. Über diese erfolgt die Implantation des Verschluss-Devices, das erst linksseitig und nach weiterem Rückzug des Systems rechtsseitig eröffnet wird. Vor Ablösung des Devices vom Führungskabel erfolgt eine kurze Lagekontrolle mittels transösophagealer Echokardiographie (TEE) auf dem Kathetertisch. Hierfür ist eine Sedierung erforderlich. Danach wird das Führungskabel entfernt und die Intervention beendet. Beim ASD-Verschluss sind zusätzliche Schritte erforderlich. Es erfolgt eine Größenbestimmung der Defektgröße mittels eines „Sizing“-Ballons, der gefüllt durch den Defekt gezogen wird, wodurch sich eine vom ASD verursachte Einschnürung abbilden lässt, die dann ausgemessen wird. Danach wird ein ASD-Verschluss-Device einer bestimmten Größe ausgewählt. Für dieses Manöver wie auch für die anschließende Implantation ist eine echokardiographische Führung erforderlich. Diese erfolgt im Gegensatz zu vielen anderen Zentren an unserer Klinik mittel intrakardialem Ultraschall.
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Priv.-Doz. Dr. Th. Bartel
Klinische Abteilung für Kardiologie
Medizinische Universität Innsbruck
Anichstr. 35
6020 Innsbruck
Österreich
Medizinische Universität Innsbruck
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