KARDIOLOGISCH



Interventionelle Therapie
(Fortsetzung)

Percutane Septalastablation bei hypertroph-obstruktiver Kardiomyopathie

Bei hypertroph-obstruktiver Kardiomyopathie besteht neben der medikamentösen Therapie, die jedoch in den meisten Fällen nicht ausreicht, um eine Beschwerdefreiheit des Patienten zu erreichen, die Möglichkeit, die Obstruktion durch eine Alkoholseptalastablation (PTSMA, früher TASH) zu beseitigen oder deutlich zu reduzieren, was die Belastbarkeit sowie die gesamte Symptomatik des Patienten nachhaltig verbessert. Sofern ein geeigneter Septalast nachgewiesen werden kann, was in etwas 90% der Patienten der Fall ist, wird diese mit einem Koronardraht sondiert. Darüber wird ein Spezialballon in den Septalast vorgeführt, eröffnet und somit das Gefäß zur linken Kranzarterie hin verschlossen. Anschließend wird über das Lumen des Ballonkatheters ein Echokontrastmittel appliziert und mittels transthorakaler Echokardiographie (TTE) geprüft, ob sich ausschließlich das für die Obstruktion verantwortliche Myokardareal kontrastiert. Ist dies der Fall, können nachfolgend 2ml einer 95%igen Alkohollösung appliziert werden. Hierdurch kommt es zu einem intraseptalen Myokardinfarkt mit komplettem lokalem Funktionsverlust und anschließender narbiger Einziehung, wodurch die Obstruktion beseitigt wird. Unter der Prozedur oder an den ersten Tagen danach kommt es bei etwa 30-40% der Patienten zum Auftreten eines AV-Blocks, sodass präventiv eine Schrittmachersonde in den rechten Ventrikel platziert wird. In den meisten Fällen ist der AV-Block nach 1-4 Tagen vollständig regredient. Nur in 5% aller Patienten ist die Implantation eines permanenten Schrittmachers erforderlich. Es erfolgt eine 3-tägige Überwachung auf der Intensivstation und anschließend über weitere 4 Tage eine Mobilisierung mit nächtlicher Überwachung am Monitorbett auf Normalstation.


 
Echokardiographische Führung bei PTSMA
 
 

Echokardiographische Führung bei PTSMA: Nach intrakoronarer Applikation des Kontrastmittels markiert sich das für die Obstruktion verantwortliche Myokardareal vor intrakoronarer Gabe des Alkohols. LA, linker Vorhof; LV, linker Ventrikel.
 

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Priv.-Doz. Dr. Th. Bartel
Klinische Abteilung für Kardiologie
Medizinische Universität Innsbruck
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Österreich
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