Interventionelle Therapie (Fortsetzung)
Mitralvalvuloplastie und perkutaner Aortenklappenersatz
Bei einer reinen Mitralstenose ohne wesentliche Verkalkung und Retraktion der Sehnenfäden sowie symmetrischer Fusion der Kommissuren, was im Vorfeld mittels TEE und 3D-Echo verifiziert wird, stellt die Mitralvuloplastie eine nichtoperative Therapieoption dar. Nach genauer echokardiographischer Ausmessung der Kommissuren und des Klappenrings wird transvenös unter intrakardialer echokardiographischer Sicht (siehe oben) eine Punktion des interatrialen Septums vorgenommen. Über die Punktionsnadel wird ein Spiraldraht in den linken Vorhof vorgeführt, über diesen die Punktionsstelle geweitet und ein Ballonkatheter (Vorzugsweise Inoue-Ballon) in den linken Vorhof eingeführt. Mit dessen Spitze wird der Ballon durch die Mitralstenose in den linken Ventrikel eingeführt. Nach Entfaltung des distalen Ballonanteils wird das gesamte System zurückgezogen, sodass der proximale Ballonanteil im Vorhof gefüllt werden kann und die Klappe dadurch gesprengt wird. Mittels TTE und invasiven Druckmessungen wird die Effektivität der Sprengung kontrolliert und diese ggf. wiederholt. Dabei kann es zu einer Mitralinsuffizienz kommen, was bei einigen Patienten den ohnehin alternativen operativen Klappenersatz notwendig macht. Meist kann jedoch eine Operation vermieden oder auf Jahre hinaus verschoben werden. Die ersten Transkatheterimplantationen von Aortenklappen bei Aortenstenose sind im März ´08 erfolgreich durchgeführt worden. Diese Eingriffe werden in enger Kooperation mit der Herzchirurgie im Operationssaal vorgenommen. Die Anwendung dieser Methode ist bislang auf ein enges Indikationsspektrum beschränkt.
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Ballonvalvuloplastie (links: Füllung des distalen Ballonanteils)
| Ballonvalvuloplastie (rechts: vollständige Füllung und Sprengung der Klappe)
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